von Adametz..

      von Adametz..

      ..so hießen mal meine Vorfahren.

      So hallo erstmal an alle. Bin neu hier und hoffe hier fündig zu werden.

      Es handelt sich hierbei um einen Verdienstadel der Kaiserin Maria Theresia. Geadelt wurde meine Familie im Jahre 1743 in Oberschlesien. Warum wir diesen Titel nicht mehr haben weiß keiner. Hört sich blöd an ist aber so. Es ist in keinen Archiven oder sonst was eine Ablegung zu finden. Wir schätzen das dieser einfach "gelöscht" worden ist in der Zeit der Weimarer Republik. In der Urkunde selbst steht geschrieben das jeder der den Namen Adametz hat diesen Titel tragen darf. Mein Großcousin oder ähnliches wohnt in Australien und hat den Titel seit letzten Jahr wieder. Er kam mal zu Besuch nach Deutschland und ich wurde neugierig. Und nun bin ich soweit das ich diesen Titel gerne (wieder) hätte weil er Bestandteil meines Namens ist.
      Nun bin ich heute in das Standesamt in Amberg/Bayern und habe mit meinen Unterlagen bewaffnet das Gespräch mit einem Standesbeamten gesucht. Er meinte nur das er sich meine Unterlagen nicht durschauen bräuchte, da bei mir keine Dringlichkeit besteht. Ob eine Dringlichkeit besteht oder nicht entscheidet er. Ich heiß ja Adametz und nicht Fick bzw Ficker. Das teilte er mir mit. Da Adametz ein "normaler" Name sei hätte ich ganz einfach Pech gehabt.
      Mein Großcousin hat seinen Titel wieder von Frankfurt/Main erhalten weil er dort zuvor gewohnt hatte bevor er ausgewandert ist.
      Können diese Beamten einfach mit mir so umgehen? Besteht die Möglichkeit den Titel wieder zu erlangen?
      Ich danke euch vielmals für eure Hilfe
      "Warum wir diesen Titel nicht mehr haben weiß keiner."

      Ganz einfach.
      Von Adametz ist ein alter Adel aus der Österreichisch-Ungarischen Kaiserzeit.
      Adelstitel wurden in Österreich mit dem Ende des Kaiserreiches abgeschafft - Adelsaufhebungsgesetz 1919.
      de.wikipedia.org/wiki/Adelsaufhebungsgesetz

      Aa - Az | KRÁL von Dobrá Voda, Adalbert - "Der Adel von Böhmen, Mähren und Schlesien", Genealogisch-heraldisches Repetitorium sämtlicher Standeserhebungen, Prädikate, Beförderungen, Inkolats-Erteilungen, Wappen und Wappenverbesserungen des gesamten Adels der Böhmischen Krone mit Quellen und Wappen-Nachweisen, I. Taussig, Prag 1904.
      Siehe Gesamtwerk online bei Open Library - Der Adel von Böhmen, Mähren und Schlesien:
      archive.org/stream/deradelvonbhme00kral#page/n7/mode/2up
      Keine Ahnung wie es dazu kommen könnte, dass ein Adelstitel verliehen in einer Zeit wo Oberschlesien vermutlich zu Österreich gehörte und der 1919 abgeschafft wurde nun von einem Amt in Deutschland wieder zum Aufleben gebracht würde.
      Es stellt sich wohl die Frage der Berechtigung!
      Da der Titel 1743 verliehen wurde könnte man höchstens annehmen, dass dies JETZT deswegen möglich wäre, wenn die Adametz zu der Zeit in dem Teil Oberschlesiens lebten, der an Preussen fiel. Also dass sie den Titel von den Preussen erhielten. Aber da sie im österr. Adel von Böhmen, Mähren und Schlesien angeführt sind wird es wohl Östereichisch-Schlesien gewesen sein. Ausserdem hast du ja dies angegeben:
      "Es handelt sich hierbei um einen Verdienstadel der Kaiserin Maria Theresia."

      "1742 wurde Schlesien und damit der Großteil Oberschlesiens, in den Schlesischen Kriegen von Preußen erobert. Die Teile die nicht an Preußen fielen, bezeichnete man als Österreichisch-Schlesien und heute, soweit sie nicht 1920 zu Polen kamen, als Tschechisch Schlesien."
      de.wikipedia.org/wiki/Oberschlesien

      Eine sehr seltsame Geschichte....

      Ich bin kein Adelsexperte und tappe auch relativ im Dunklen zum Thema.
      Da würde ich an deiner Stelle den neu "betitelten" Grosscousin noch mal befragen bzw. mir dessen Papiere zur Wiedererlangung zeigen lassen.....so es sie wirklich gibt. 8)
      Dann müsstest du schwarz-auf-weiss sehen was Sache ist. Erzählen kann man ja viel.....
      Nachdem ich durch Zufall auf dieses Forum gestossen bin und lass, dass einer meiner Verwandten, die ich nach jahrelanger Suche, seine Familie und noch andere fand, ist es wohl erdenklich, weshalb nun die anderen Blutsverwandten ebenfalls die Wiedererhalt des "von" anstreben.

      Mich hat das 6 Jahre Zeit gekostet, um die Behoerden in Berlin und Frankfurt/M davon in Kenntnis zu setzen, dass es ausser den Beamtengesetzen auch noch u. a. es ein Grundgesetz in Deutschland gibt, dass dem Buerger gewisse "Grundrechte" zusichert, die untastbar sind, und auch nicht von Beamten umgestossen werden koennen, obwohl sie dies gerne moechten.

      Ich habe die Beitraege soweit gelesen, und es stimmt, dass die Adelserhebung von der Kaiserin Maria Theresia vorgenomen wurde und auch sich nach dem Ueberfall von Friedrich d. Gr. sich nichts daran aenderte. Dass Oesterreich nach 1919 den gesamten Adel abschaffte ist unverstaendlich, denn wenn man heute die Betitelung der Beamten sich anhoert, dann uebertreffen sie alles vorhandene. Nun, ob es in Oesterreich ein Grundgestzt gibt, ist mir nicht bekannt; Deutschland besitzt eins und auf den ein oder anderen Paragraphen und noch weitere Gesetze baute ich mein Begehren auf, den Adelstitel in meinen Namen einzubeziehen.

      Viele Jahre hatte es gedauert, und wenn man sich den Schriftverkehr ansieht, so kann man nur mit dem Kopf schuetteln, was sich Beamte erlauben und wie sie mit Buergern umgehen! Meine Jurakenntnisse kamen mir dabei zur Hilfe und es war am Ende so, entweder blamiert sich der Beamte und seine Kollegen in Deutschland und mehr Fragen tauchen auf, wieso ueberhaupt sich der Beamte mehr herausnehmen kann, wie der normale Buerger, oder die Blamage waere oeffentlich perfekt gewesen.

      Nicht wir haben der Verlust des Adels zu beweisen, sondern das Standesamt muss den Nachweis erbringen, dass die und die Person schriftlich auf den Adel verzichtet, oder ihn ablehnt hat. Dieser Vorgang geht dann in die Akten und ist jederzeit abrufbar. Dies war hier nicht der Fall und es gelang mir am Ende den Beamten, ohne deren Ehrverlust, dem Antrag und dem Recht zuzustimmen.

      Aus diesem Grund helfe ich nun meinen Verwandten die Rueckgewinnung des Adeltitels.

      Zugegeben, diese Schilderung liest sich als waere dies alles in 5 Minuten passiert, leider war dem nicht so.

      Sollten Menschen in Deutschland den Nachweis besitzen, dass sie berechtigt sind ihren Titel grundsaetzlich und oeffentlich in ihren Urkunden verbrieft zu bekommen, sollte sie es aus Tradition machen, ohne an einen eventuellen Vorteil zu denken.

      Viele Gruesse



      Klaus

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von „KlausG“ ()

      Hallo Euch,

      es kommen hier verschiedene Möglichkeiten in Frage: Es könnte sein, daß ein österreichischer Adliger die österreichische Staatsangehörigkeit vor 1919 verloren hatte. Dann ist er nicht von dem Adelstitelverbot betroffen, auch seine Nachkommen (sofern sie nicht in Österreich leben) auch nicht.
      Es kann auch sein, daß heute einzelne Behörden die frühere adelsfeindliche Haltung nicht mehr mittragen und im Zuge einer Namensänderung oder -berichtigung einem Adeligen wieder das "von" gewähren.

      Wenn man einen Antrag auf Änderung des Familiennamens stellt, verlangen die Behörden, daß ein "wichtiger Grund" vorliegen muß, der die Änderung rechtfertigt. Leider ist der Wunsch, wieder die Adelsbezeichnung zurückzuerhalten als "wichtiger Grund" nicht anerkannt worden (ich kenne hier aber auch nicht die neueste Rechtsprechung), und solche Anträge wurden daher abgelehnt und auch Klagen blieben erfolglos.
      Im hier geschilderten Fall aber tragen Mitglieder ein und derselben Familie unterschiedliche Nachnamen, und dies im Interesse der Familienzusammengehörigkeit durch ein Namensänderungsverfahren dahingehend zu ändern, daß alle den Namen mit "von" bekommen, ist ein anderer Fall. Das könnte durchaus als "wichtiger Grund" anerkannt werden.
      Sollte das nicht gehen, gibt es noch einen anderen, etwas längeren Weg. Damit sich nicht Leute auf diese Weise falsche Adelsnamen verschaffen, werde ich das Verfahren hier nicht öffentlich mitteilen. Bitte dann ggfls. per PM nachfragen.

      Gruß,
      AvN

      Wichtiger Grund

      Hallo liebe Forengemeinde.
      Dieser wichige Grund kommt bei mir nicht in Frage. Mir wurden hier die gesetzlichen Paragraphen dazu gezeigt. Ich könnte aber das "von" durch eine Restitution wiederbekommen. Dazu muss ich nachweisen das ich in direkter Linie von einem geadelten von Adametz abstamme was jetzt nicht so schwer ist. Desweitern brauche ich aber einen Beweis, dass dieser Namensbestandteil der Familie unrechtmäßig entzogen wurde oder er abgelegt wurde. Da laut meinem in Australien lebenden Onkel nichts in den Archiven zu finden ist ist dies einfach unmöglich. Es steht nirgends das er entzogen oder abgelegt wurde. Mein Onkel meint das er eben verloren ging nachdem wir nach Deutschland gekommen sind. (Weimarer Republik) Mein Vater meint, dass ihn ein Vorfahre während wir schon in Deutschland waren ablegte weil er nicht mehr zeitgemäß wäre.
      Wie könnte ich dies beweisen? Oder gibt es noch eine andere Mögichkeit diesesn "Punkt" zu umgehen. Wenn diese beiden Voraussetzungen gegeben sind meinte der Standesbeamte das man dann die Echtheit des Adelsbriefs überprüfen müsse und ich mein "von" bekomme.

      MfG
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