Ankündigung Fehlentwicklungen in der heutigen Heraldik

    Fehlentwicklungen in der heutigen Heraldik

    Guten Tag liebe Wappeninteressierte,

    aufgrund vieler Anfragen zum Thema Wappenerstellung (Wappenstiftung)
    sollen hier einige immer häufiger auftretende Fehlentwicklungen
    aufgeführt werden:

    1. Fehlentwicklung:

    Bürgerliche neugestiftete Wappen haben einen Bügelhelm.


    Richtig wäre:


    Bürgerliche Wappen haben einen Stechhelm, adlige Wappen einen
    Bügelhelm. Dies war früher so (einzelne Ausnahmen gab und gibt es immer
    wieder mal - diese sollten jedoch nicht kritiklos und auf Kundenwunsch
    zur "Regel" werden) und das sollte heute auch noch so sein. Dabei geht
    es auch gar nicht um eine eventuelle "Wertigkeit" des Wappens. Ein
    heutiger Wappenstifter mit Bügelhelm wird nicht adlig, auch wenn er das
    möchte, da der "Adel" 1919 in Deutschland abgeschafft wurde. Die
    Verwässerung der eben leider nirgends zu 100 Prozent festgelegten
    heraldischen Regeln schreitet durch solche Wappen immer mehr voran, was
    im Endeffekt eine totale Verunsicherung der an Wappen interessierten
    Leuten bewirkt und die Heraldik zur freien "Comicer-Szene" verkommen
    läßt.

    2. Fehlentwicklung:

    Neugestiftete Wappen werden ausser zwischen dem Heraldiker und dem Kunden von vielen anderen "mitentwickelt".

    Der Fehler dabei liegt auch in der nicht miteinbezogenen
    Familiengeschichte der Wappenstifter, die in der Regel nur der
    Wappenstifter kennt. Ein Wappen ohne geschichtlichen Hintergrund der
    Familie zu entwickeln ist falsch.

    Richtig wäre:

    Diese Familiengeschichte mit Herkunft, Berufen, Eigenheiten der Familie
    usw. sollte mit dem Heraldiker besprochen werden, bevor es an die
    Ausarbeitung des Wappens und des Helms geht. Ein Wappen soll
    schließlich kein Wegwerfprodukt werden, sondern nach Möglichkeit
    kommende Generationen überdauern, d.h. daß auch noch die Nachfahren
    sich mit dem Wappen identifizieren können und Freude daran haben.

    3. Fehlentwicklung:

    Eilige Wappenstifter lassen die Möglichkeit, nach einem evt.
    vorhandenen Wappen zu suchen, bevor sie "schnell mal" ein neues Wappen
    stiften, ungenutzt. Man hört dann "das ist so gut wie sicher, daß es
    kein altes Wappen gibt".

    Richtig wäre:

    Erst Wappensuche, dann Wappenstiftung. Unsere Erfahrungen zeigen , daß
    es in einigen Fällen anders war, wenn auch nicht in sehr vielen. Und es
    ist auf jedenfall schöner, wenn man auf ein altes Wappen "trifft" und
    kann womöglich auch noch eine direkte Verbindung zu einem ehemaligen
    Wappenführer belegen.

    4. Fehlentwicklung

    Wappen sollen mal eben schnell gestiftet werden. Da schaut der
    Wappenstifter nur auf seinen jetzigen Beruf, seine jetzige Tätigkeit,
    sein jetziges Hobby und dann wird der Heraldiker beauftragt, mal
    schnell ein entsprechendes Wappen zu malen - ohne Rücksicht auf die
    Familiengeschichte, sondern nur rein abgestimmt auf die Person des
    Wappenstifters.

    Richtig wäre:

    Wenn ein Familienwappen (Betonung auf Familien-) erstellt werden soll, gilt:

    Man muß sich Zeit nehmen - wenige Wochen reichen meistens bei weitem
    nicht aus, zumal vor der Wappenstiftung die eigentliche
    Familiengeschichte, die Ahnentafel usw. erstellt werden sollte. Erst
    wenn das genealogische Grundgerüst "mit Fleisch" vorhanden ist, sollte
    man zur Stoffsammlung gehen: Häufige Berufe der Vorfahren ausmachen,
    Lebensorte der Vorfahren ermitteln, Namen deuten, ... Aus diesen Daten
    heraus muß sich langsam ein Wappenbild entwickeln, mit dem auch die
    Vorfahren, die lebenden Verwandten (evt. auch zukünftige
    Wappenführende) einverstanden wären.

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    Mit freundlichen Grüßen
    Webmaster
    www.Ahnen-und-Wappen.de
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    www.Heraldikshop.de
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